Gelenkgesundheit: Vorbeugung und Behandlung
Fast fünf Jahre lang hielt ich Abstand zu der Frau, die mein Sohn geheiratet hatte. Ich sprach höflich mit ihr, lächelte bei unseren Videoanrufen, aber tief in meinem Inneren hatte ich sie nie wirklich als Teil der Familie akzeptiert. Dann, an einem Abend im Oktober, als mein eigener Sohn in meiner Küche stand und mir erklärte, dass er keine andere Lösung mehr sah, als mich in ein Pflegeheim zu geben, unterbrach sie ihn. Nur ein Wort: „Warte.“ Ich heiße Helene Berger, bin 69 Jahre alt und wohne in Wien-Neubau, im vierten Stock eines alten Zinshauses, in dem der Aufzug öfter außer Betrieb ist, als er sein sollte. Zweiunddreißig Jahre lang arbeitete ich am Fließband in einer Fabrik im Raum Wien. Acht Stunden am Tag auf den Beinen, auf einem Betonboden, die Hände ständig beschäftigt, die Fenster selbst im Winter offen, weil die Maschinen die Halle so aufheizten. Als ich in Pension ging, bekam ich eine Auszeichnung für meine langjährige Betriebstreue. Meine Knie waren da schon völlig kaputt. Mein Mann Franz starb 2018. Ich habe nur einen Sohn, Thomas, 38 Jahre alt, Ingenieur. Seit sieben Jahren lebt er in Shenzhen in China. Und seine Frau heißt Lin. Sie kommt aus einem kleinen Bergdorf in Yunnan namens Shijitan. 2016 kam sie als Austauschstudentin nach Wien. Dort lernten sie sich kennen. Sie heirateten im September 2019 bei ihr zu Hause im Dorf. Ich war nicht bei der Hochzeit meines eigenen Sohnes. Nicht, weil ich böse war. Ich schaffte es einfach nicht. Ein langer Flug. Umsteigen. Riesige Flughäfen, auf denen man manchmal fast einen Kilometer gehen muss, um zum richtigen Gate zu kommen. Schon 2019 ging ich seitlich die Stiegen hinunter, mit beiden Händen am Geländer. Ich sah mir die Reiseroute an. Dann meine Knie. Und begriff, dass ich es nicht schaffen würde. Thomas sagte: „Ist schon gut, Mama. Mach dir keine Gedanken.“ Er machte mir nie einen Vorwurf. Deshalb gibt es ein Hochzeitsfoto, auf dem auf der Seite des Bräutigams kein einziger Mensch steht. Warum konnte