Laura Schneider
🛑 Tschüss, Berlin. Du hast mich einfach nur noch angekotzt. 5 Jahre meines Lebens opfern, nur um mit 35 in einem stickigen Loch voller Schimmel zu verrecken — mir reicht’s. Ich heiße Laura. Ich bin 35. Bis vor Kurzem habe ich in Berlin-Neukölln gelebt. Eine 1-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss in einem alten Altbau, 24 Quadratmeter. Jetzt haben wir September, die Hitze lässt langsam nach, aber was diesen Sommer im Juli und August abging — das war einfach nur Geisteskrank. Draußen der ewige Krach, brüllende Nachbarn bis 4 Uhr morgens, Müllberge vor der Tür und diese stickige Luft. Klimaanlagen sind in solchen Häusern verboten, und bei dieser abnormalen Hitze von fast 38 Grad wurde die Bude zur reinsten Backröhre. Und trotzdem blühte hinterm Schrank der schwarze Schimmel. Der Vermieter hat bei jeder Beschwerde nur geschrien, ich würde einfach falsch lüften. Ich habe als Kassiererin bei REWE gearbeitet. Schichten von 6 Uhr morgens bis 23 Uhr abends. Ich war meistens in der Spätschicht: 14:00 bis 22:30 Uhr. Verdienst: ca. 12,50 € die Stunde. Bei Steuerklasse I — wo man dem Staat gefühlt die Hälfte abdrückt — blieben netto etwa 1.450 € im Monat. Klingt nach okayem Geld? Von wegen. Hier waren meine monatlichen Fixkosten: Miete für meine feuchte Bude: 760 € (Kaltmiete + Nebenkosten) GEZ + Heizung: 95 € Deutschlandticket: 49 € Internet & Handy: 45 € Essen: 280 € (der billigste Käse und Gemüse von Lidl, Fleisch fast nie — zu teuer) Abos: 8,99 € (Amazon Prime — meine einzige Unterhaltung) Kleidung: 25 € (Humana-Secondhand oder Zalando-Sale) Apotheke: 15 € (Schmerzmittel und Allergiespray) Unvorhergesehenes: 35 € Rest: ca. 138 €. Klingt so, als wären 138 € Geld. Ist es nicht. Das reicht gerade so für das, was morgen passieren könnte. Und in Deutschland passiert immer irgendwas. Abends kam ich um 23:00 Uhr nach Hause. Die Wohnung eine Sauna. Der Ventilator bläst nur heiße Luft hin und her, Fenster aufmachen geht nicht wegen dem Lärm von draußen. Ich starrte an die g