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Mein Name ist Martina Greco. Ich bin 31. Ich wohne in Turin, im Viertel Barriera di Milano. Ich miete ein Zimmer. Keine Wohnung, ein Zimmer. In einem Haus mit vier fremden Leuten. Ich arbeite an der Kasse bei Esselunga. Ein Laden an der Ecke. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 9 Uhr abends. Ich mache Spätschicht. Von 14 bis 22 Uhr. Manchmal bis 23 Uhr wenn jemand nicht kommt. 8,50 Euro die Stunde. Nach Steuern etwa 1350 Euro im Monat. Klingt okay? Ist es nicht. Hier sind die Ausgaben. Miete fürs Zimmer 620 Euro (Nebenkosten dabei aber kein Internet) TARI und Steuern 60 Euro (teile ich mit meinen Mitbewohnern aber die zahlen nie pünktlich) Internet und Telefon 40 Euro GTT Monatsabo 38 Euro Essen 280 Euro (ich esse fast kein Fleisch weil es zu teuer ist) Abos 13 Euro (Netflix die einzige Unterhaltung und sogar das teile ich mit einer Freundin) Klamotten und Schuhe 20 Euro (Second Hand oder Caritas) Medikamente 12 Euro (Kopfschmerztabletten und Allergiezeug) Unvorhergesehenes 35 Euro Übrig bleiben etwa 230 Euro. Fühlt sich an als ob 230 Euro Geld sind. Ist es nicht. Weil 230 Euro das ist was alles abdeckt woran ich nicht gedacht habe. Und alles was morgen passiert. Und morgen passiert immer. Ich lebe seit drei Jahren allein. Seit ich mit Marco Schluss gemacht habe. Er war normal. Hat mich nicht geschlagen. Hat nicht geschrien. Er hat mich einfach nicht mehr wahrgenommen. Ich wurde für ihn wie ein Kühlschrank. Ist da aber man sieht ihn nicht. Ich bin selbst gegangen. Seitdem bin ich allein. Abends komme ich um 22.30 Uhr nach Hause. Das Haus ist alt. Die Türen knarren. Meine Mitbewohner sind Typen denen alles egal ist. Die machen um 2 Uhr nachts Musik an. Ich beschwere mich nicht. Ich hab Angst dass sie mich hassen. Und ich kann nirgendwo anders hin. Ich gehe in mein Zimmer. 9 Quadratmeter. Bett, Schrank, Schreibtisch. Auf dem Schreibtisch steht ein Laptop von 2017 der fünf Minuten zum Hochfahren braucht. Ich setze mich aufs Bett. Ziehe meine Esselunga Uniform au