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Ich unterschrieb, dass die Kuh zum Schlachthof gebracht werden sollte. Einige Wochen später rettete sie mich vor dem Operationstisch. Letzten Herbst unterschrieb ich die Papiere, mit denen die Kuh, die ich seit ihrer Zeit als Kalb aufgezogen hatte, zum Schlachthof geschickt werden sollte. Drei Wochen später stand dieselbe Kuh wieder auf ihren eigenen Beinen. Sechs Wochen danach war sie es, die mich vor dem Operationstisch rettete. Ich heiße Martin Gruber. Ich bin 58 Jahre alt und arbeite seit 25 Jahren als Mitarbeiter auf einem Milchviehbetrieb bei Wels, Oberösterreich. Ich arbeite jeden Tag mit Rindern. Der Hof gehört mir nicht. Ich habe weder das Geld des Hofbesitzers noch sein Land oder seine Maschinen. Ich bin nur der Mann, der in den Stall kommt, bevor die Sonne aufgeht, jede einzelne Kuh am Klang ihrer Atmung erkennt und nach Hause geht, wenn die meisten anderen längst zu Abend gegessen haben. Ich stehe um 4.20 Uhr auf. Um 4.50 Uhr bin ich im Stall. An guten Tagen bin ich gegen 19.30 Uhr zu Hause. An schwierigen Tagen wird es später. Ich bekomme knapp 2.500 Euro netto im Monat ausgezahlt, und davon leben meine Frau Karin und ich. Karin arbeitete fast 30 Jahre als Pflegeassistentin in einem Pflegeheim in Wels. Heute ist sie im Ruhestand. Ihr Rücken, ihre Hüften und ihre Hände tragen noch immer die Spuren all der Jahre, in denen sie Menschen gehoben und gestützt hat, die sich selbst nicht mehr hochhalten konnten. Wir haben ein kleines Haus am Rand von Lambach. Es ist kein großes Haus, nur eine Küche, ein Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer und ein Dach, das eigentlich schon vor Jahren hätte erneuert werden müssen. Unsere beiden Kinder sind vor langer Zeit ausgezogen. Unser Sohn lebt seit elf Jahren in Wien. Unsere Tochter heiratete und zog nach Salzburg. Sie kommen zu Weihnachten nach Hause und manchmal im Sommer. Den Rest des Jahres sind es nur Karin, ich und unsere beiden Katzen. Und bis zum letzten Jahr war da auch Rosa. Rosa war die beste Kuh, die ich je