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🔴 36 JAHRE ALT, ALLEINERZIEHENDE MUTTER IN BERLIN. GESTERN BIN ICH WEINEND VON DER SUPERMARKTKASSE WEGGELAUFEN 🔴 Ich heiße Selin Aydın, bin 36 Jahre alt. Mein Sohn Emir ist 8. Wir leben in Berlin, in einer kleinen gemieteten Zweizimmerwohnung im Stadtteil Neukölln. Viele denken, Berlin sei eine Stadt voller Möglichkeiten. Aber wenn man sein Kind allein großzieht, sieht der Alltag ganz anders aus: morgens um 6 Uhr aufstehen, überfüllte Busse und Bahnen der BVG, Arbeitsschichten und jeden Monat dieselbe Frage – wie soll das Geld bis zum Monatsende reichen? Ich arbeite als Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft in der Nähe des Alexanderplatzes. 40 Stunden pro Woche. Nach allen Abzügen bleiben mir ungefähr 1.720 € netto im Monat. In Berlin hat man bei den heutigen Preisen selbst mit diesem Gehalt ständig das Gefühl, gerade so den Kopf über Wasser halten zu können. Am Anfang jedes Monats sehe ich, wie mein Gehalt innerhalb weniger Tage buchstäblich verschwindet: Die Miete für unsere Zweizimmerwohnung in Neukölln inklusive Nebenkosten beträgt 1.050 €. Der Vermieter hat die Kosten vor Kurzem erhöht, und eine andere Wohnung zu finden wäre noch schwieriger. Hort und Mittagessen für Emir – 110 €. Darauf kann ich nicht verzichten, weil ich Vollzeit arbeite und meine Familie nicht in Berlin lebt. Monatsticket für Bus und Bahn – 49 €. Strom, Internet und Mobilfunk bei Vattenfall und Telekom – etwa 145 €. Lebensmittel bei Lidl, Aldi und manchmal Rewe – ungefähr 300 €. Frisches Obst kaufe ich mittlerweile hauptsächlich im Angebot, Gemüse oft tiefgekühlt und Fleisch nur, wenn es reduziert ist. Am Ende bleiben mir manchmal gerade einmal 60 € für den gesamten restlichen Monat. 60 € für Schulmaterialien, neue Schuhe, wenn die alten kaputtgehen, Medikamente oder irgendeine unerwartete Ausgabe. Letzten Dienstag kam Emir aus der Schule nach Hause, setzte sich an den Küchentisch und holte einen Zettel aus seinem Rucksack. „Mama, unsere Klasse macht einen Schwimmkurs. Das S